WMS Software · C-Teile & Ersatzteillogistik

WMS für C-Teile- und Ersatzteillogistik.
Kanban, Kitting und MRO im Griff.

Ein WMS für C-Teile- und Ersatzteillogistik steuert Lager mit sehr vielen Artikeln (SKU) und geringem Durchsatz pro Position, dem Gegenteil klassischer Fulfillment-Logistik. Für Mittelständler im Maschinenbau, Industriedienstleister und Ersatzteilzentralen zählt, welche Anbieter diese Anforderungen abdecken und was ein solches WMS kostet. Testen Sie in der Demo die Suche nach einem selten gebrauchten Ersatzteil, denn genau dort verlieren solche Lager Zeit.

  • C-Teile-Management: Normteile, Kleinmaterial, Verbindungselemente mit Kanban-Nachschub.
  • Ersatzteile und MRO: Ersatzteillager im Maschinen- und Anlagenbau mit langen Haltezeiten und Obsoleszenz-Risiko sowie Instandhaltungslogistik (MRO, Maintenance Repair Operations) für Serviceteile.
  • Kitting und Konsignation: Kitting und Set-Kommissionierung sowie Konsignationslager-Modelle, bei denen der Bestand im Haus des Kunden liegt, aber im Eigentum des Lieferanten bleibt.
Kanban-NachschubMRO & InstandhaltungKittingKonsignationslager
bis 80.000
SKU in einem typischen C-Teile- oder Ersatzteillager bei geringem Einzeldurchsatz (Erfahrungswerte von Find-Your-Software, Stand 2026)
§ 6b UStG
regelt die Konsignationslagerregelung seit 1.1.2020 (Quelle: gesetze-im-internet.de, Stand 2026)
§ 253 Abs. 4 HGB
verlangt die Abschreibung dauerhaft wertgeminderter, obsoleter Ersatzteile (Quelle: gesetze-im-internet.de)
8
WMS-Anbieter mit MRO- und Ersatzteil-relevanten Funktionen im Auszug, Stand 2026
Status quo vs. mit C-Teile-WMS

Ohne spezialisiertes WMS.
Mit C-Teile- und MRO-Logistik im System.

C-Teile- und Ersatzteillager unterscheiden sich fundamental von einem E-Commerce- oder Fulfillment-Lager: Statt wenigen Artikeln mit hohem Durchsatz verwalten sie Zehntausende Positionen, von denen viele monate- oder jahrelang kaum bewegt werden, aber im Bedarfsfall sofort verfügbar sein müssen. Ein generisches WMS oder ein ERP-Lagermodul bildet das selten sauber ab, weil Kanban-Signale, Kitting-Eskalation, Obsoleszenz-Reports und die saubere Trennung von Eigen- und Konsignationsbestand dort meist nur als Behelfslösung existieren, wenn überhaupt.

Ohne C-Teile-WMS

  • Kanban-Nachschub läuft über Excel-Listen oder manuelle Sichtkontrollen an der Entnahmestelle
  • Obsolete, seit Jahren unbewegte Ersatzteile fallen erst beim Jahresabschluss auf
  • Kitting für Serviceeinsätze wird händisch zusammengestellt, Fehlteile fliegen erst beim Kunden auf
  • Konsignationsbestand und Eigenbestand liegen im selben Lagerort ohne Trennung
  • Verfügbarkeitszusagen für Serviceteile beruhen auf Bauchgefühl statt auf Bestandsdaten
  • Seriennummern und Chargen werden auf Lieferscheinen nachgehalten, nicht im System
  • Jede Niederlassung pflegt ihre eigene Lagerortliste, ein Gesamtbild über alle Standorte fehlt

Mit C-Teile- und Ersatzteil-WMS

  • Kanban-Behälter und Mindestbestände lösen automatische Nachschubaufträge und Lieferantenbenachrichtigungen aus
  • Obsoleszenz-Reports zeigen Nullbewegungen und Restlaufzeiten für die bilanzielle Bewertung nach § 253 HGB
  • Kitting-Aufträge bündeln Stücklisten automatisch, inklusive Fehlteil-Eskalation vor dem Einsatz
  • Konsignationslager wird als eigene Bestandsart mit Eigentumskennzeichen geführt, getrennt vom Eigenbestand
  • Verfügbarkeitsquoten für definierte Serviceteile werden live aus dem Bestand berechnet
  • Serien- und Chargennummern sind im System durchgängig rückverfolgbar, von Wareneingang bis Verbau
  • Alle Standorte und Lagerorte laufen auf einem gemeinsamen Datenmodell mit konsolidierter Sicht

Quelle für die rechtlichen Punkte: § 253 HGB, § 6b UStG, Stand 2026.

WMS-Anbieter mit MRO-Bezug · Auszug

Acht Anbieter mit
C-Teile- und Ersatzteil-Funktionen.

Acht WMS-Anbieter haben dokumentierte Funktionen für Kitting, Serien-/Chargenverfolgung oder Konsignationslager. Die Auswahl deckt die Spannweite von Enterprise-Standardsoftware über deutsche Mittelstands-WMS bis zu Automatisierungsanbietern mit eigener Lagerhardware ab; sie ist kein vollständiges Marktbild. Den vollständigen Katalog zeigt die WMS-Software-Übersicht.

AnbieterSegmentPreis abKitting / VASSerien-/ChargenverfolgungKonsignationslagerProfil
EPG WMS (LFS)Mittelstand-WMS, Boppard am RheinMittelstandauf Anfrage✓ Kitting-/VAS-Modul im Standard✓ Serien- und Chargenverfolgung Standard✓ Konsignationskennzeichen im LagerortmodellZum Profil →
GEBHARDT LagerverwaltungssoftwareMittelstand-WMS, SinsheimMittelstandauf Anfrage✓ VAS-Arbeitsplätze integrierbar✓ Chargenverfolgung im Standard≈ in der Demo prüfenZum Profil →
KardexAutomatisierung & Software, Zürich (Schweiz)Mittelstandauf Anfrage≈ in der Demo prüfen✓ Seriennummern in der Power Pick Software≈ in der Demo prüfenZum Profil →
Infios (vormals Körber)Enterprise-WMSEnterpriseauf Anfrage✓ VAS- und Kitting-Workflows Standard✓ Serien- und Chargenverfolgung Standard✓ Konsignationslager unterstütztZum Profil →
proLogistik pL WMSMittelstand-WMS, DortmundMittelstandauf Anfrage✓ Kitting-Funktion im Standard✓ Chargenverfolgung im Standard≈ in der Demo prüfenZum Profil →
PSIwmsMittelstand-WMS, BerlinMittelstandauf Anfrage✓ VAS-/Kitting-Modul✓ Serien- und Chargenverfolgung✓ Konsignationslager als eigene BestandsartZum Profil →
SAP Extended Warehouse ManagementEnterprise-ERP/WMS, WalldorfEnterpriseauf Anfrage✓ Kit-to-Stock und Kit-to-Order (Quelle: help.sap.com)✓ Serien- und Chargenverwaltung Standard✓ Konsignationsbestand über MM/EWM abbildbarZum Profil →
viastore viadatWMS & Automatisierung, StuttgartMittelstandauf Anfrage✓ VAS-Stationen im Standard✓ Chargenverfolgung im Standard≈ in der Demo prüfenZum Profil →

Auszug, keine vollständige Marktübersicht, alphabetisch ohne Wertung. Preise auf Anfrage, keiner der acht Anbieter nennt Listenpreise für dieses Einsatzgebiet. Quellen: Anbieter- und Referenzdatenbank von Find-Your-WMS, Herstellerangaben, Stand 2026. Funktionen ohne gesicherte Herstellerquelle sind mit "in der Demo prüfen" markiert.

Drei Anbieter im Detail

Enterprise, Mittelstand und
Automatisierung im Vergleich.

Drei Profile zeigen die Spannweite: ein globales Enterprise-System, ein deutsches Mittelstands-WMS mit MRO-Fokus und ein Anbieter, der Software und Lagerautomatisierung für hohe Artikelzahl bei geringer Durchsatzmenge aus einer Hand liefert.

01 · Enterprise-Standard

SAP Extended Warehouse Management

SAP SE, gegründet 1972, Sitz Walldorf

SAP EWM ist das Lagerverwaltungsmodul der SAP-Suite und bildet Kitting (Kit-to-Stock, Kit-to-Order), Serien- und Chargenverwaltung sowie Konsignationsbestände nativ in Verbindung mit SAP MM ab. Für konzernweite Ersatzteilnetzwerke mit SAP-ERP im Bestand ist es meist die naheliegende Wahl, bei hohem Integrationsaufwand und Projektumfang. Die Stärke liegt im durchgängigen Datenmodell über mehrere Werke und Länder, nicht in einer schnellen Einzelstandort-Einführung.

  • Tiefe Integration in SAP MM, SD und PLM
  • Kit-to-Stock und Kit-to-Order im Standard (Quelle: help.sap.com)
  • Globaler Rollout über mehrere Standorte und Mandanten

Lizenz und Projekt auf Anfrage

02 · Mittelstand mit MRO-Fokus

PSIwms

PSI Software SE, gegründet 1969, Sitz Berlin

PSIwms deckt Konsignationslager als eigene Bestandsart ab und bildet Kitting- und Value-Added-Services-Stationen direkt im Lagerprozess ab. Das System eignet sich für mittelständische Maschinenbauer und Ersatzteilzentren, die ohne SAP-Kernsystem eine eigenständige Lagerlösung mit MRO-Bezug suchen. Die Konfiguration erlaubt es, Kanban-Kreise und klassische Bedarfsdisposition im selben Lager parallel zu betreiben.

  • Konsignationslager als eigene Bestandsart
  • VAS- und Kitting-Stationen im Lagerprozess
  • Deutschsprachiger Support aus Berlin

Lizenz und Projekt auf Anfrage

03 · Automatisierung für hohe SKU-Zahl

Kardex

Kardex AG, Sitz Zürich (Schweiz)

Kardex verbindet Lagerautomaten (Vertical-Lift-Module, Shuttle-Systeme) mit eigener Steuerungssoftware und eignet sich besonders für C-Teile-Lager mit sehr vielen Kleinteilen auf engem Raum, bei denen Lagerdichte wichtiger ist als Durchsatz pro Artikel. Seriennummern werden in der Power-Pick-Software verwaltet, Kitting läuft meist über die Integration zu einem übergeordneten WMS. Für reine C-Teile-Lager mit extrem hoher Artikeldichte auf kleiner Fläche ist das oft die wirtschaftlichere Variante gegenüber konventioneller Fachbodenregal-Lagerung.

  • Vertical-Lift-Module und Shuttle-Systeme für hohe Lagerdichte
  • Seriennummernverwaltung in der Power-Pick-Software
  • Kitting typischerweise über WMS-Integration, nicht im eigenen Standard

Hardware und Software auf Anfrage

Kernmodule

Was ein C-Teile- und
Ersatzteil-WMS mitbringen muss.

Sechs Funktionsbereiche entscheiden, ob ein WMS für diesen Anwendungsfall trägt oder ob Insellösungen und Excel-Listen die Lücken füllen müssen.

01 · Kanban-Nachschub

Kanban- und Zweibehälter-Steuerung

Mindestbestände pro Kanban-Karte oder Behälter lösen automatisch Nachschubaufträge an Lager oder Lieferant aus, inklusive Lieferantenbenachrichtigung per EDI oder Portal. Das senkt den Dispositionsaufwand für Artikel mit geringem Einzelwert deutlich gegenüber manueller Bestandsprüfung.

  • Zweibehälter- und E-Kanban-Signale
  • Automatische Bestellvorschläge an den Lieferanten
  • Sichtprüfung über mobile Scanner oder RFID-Behälter
02 · Kitting & Set-Kommissionierung

Kitting- und Stücklistenbearbeitung

Stücklisten werden als Kitting-Aufträge gebündelt, Fehlteile vor dem Versand oder Serviceeinsatz eskaliert statt erst beim Kunden aufzufallen. Für Serviceeinsätze lassen sich Sets tagesaktuell vorkommissionieren statt erst am Einsatztag zusammenzustellen.

  • Stücklistenauflösung mit Fehlteil-Prüfung
  • Vorkommissionierte Sets für Serviceeinsätze
  • Rückbuchung nicht verbauter Teile aus dem Kit
03 · Seriennummern & Chargen

Rückverfolgbarkeit je Einzelteil

Serien- und Chargennummern werden vom Wareneingang bis zum Verbau durchgängig geführt, Voraussetzung für Garantiefälle und Rückrufe. Ohne diese Historie lässt sich im Schadensfall nicht belegen, welches Einzelteil wo verbaut wurde.

  • Seriennummern-Historie je Bewegung
  • Chargenverfolgung inklusive Mindesthaltbarkeit
  • Rückrufreport nach Serien- oder Chargennummer
04 · Obsoleszenz-Management

Nullbewegungs- und Restlaufzeit-Reports

Reports zeigen Artikel ohne Bewegung über einen definierten Zeitraum sowie auslaufende Ersatzteile, als Grundlage für die Abschreibung nach § 253 Abs. 4 HGB. So lassen sich Ausmusterungskandidaten erkennen, bevor sie unbemerkt Lagerfläche und Kapital binden.

  • Nullbewegungsreport je Lagerort
  • Restlaufzeit und Verfügbarkeitsende je Artikel
  • Schnittstelle zur Bilanzierung des Vorratsvermögens
05 · Konsignationslager

Getrennte Bestandsführung nach Eigentümer

Konsignationsbestand wird als eigene Bestandsart mit Eigentumskennzeichen geführt, getrennt vom Eigenbestand, als Basis für die umsatzsteuerliche Behandlung nach § 6b UStG. Die Entnahme aus dem Konsignationsbestand löst erst dann die Abrechnung an den Lieferanten aus.

  • Bestandsart mit Eigentumskennzeichen
  • Getrennter Lagerort oder virtuelle Trennung im System
  • Abrechnungslauf bei Entnahme aus dem Konsignationsbestand
06 · Verfügbarkeitssteuerung

Sicherheitsbestand & Dispo für Serviceteile

Für definierte kritische Serviceteile werden Sicherheitsbestände und Verfügbarkeitsquoten hinterlegt, mit Eskalation bei Unterschreitung statt reiner Fehlbestandsmeldung. Das unterscheidet planbare Verfügbarkeitszusagen von reiner Lagerbuchhaltung.

  • Artikelspezifische Sicherheitsbestände
  • Verfügbarkeitsquote je Serviceteil-Klasse
  • Eskalation vor Erreichen des Fehlbestands
Anbindungen

Schnittstellen rund um
C-Teile und Ersatzteile.

Ein C-Teile- und Ersatzteil-WMS steht selten allein, es verbindet Lager, Einkauf, Instandhaltung und Lieferanten.

ERP-Integration

SAP, Microsoft Dynamics & Co.

Das WMS übernimmt Bestandsführung und Lagerprozesse, das ERP bleibt führend für Einkauf, Finanzbuchhaltung und Stammdaten. Entscheidend ist ein klar definierter Schnittstellentakt zwischen beiden Systemen.

  • Bestandsabgleich und Bestellanstoß in Echtzeit oder per Batch
  • Gemeinsame Artikel- und Lieferantenstammdaten
  • Konsignationsabrechnung an die Finanzbuchhaltung
Ersatzteilkataloge & PLM

Stücklisten aus der Konstruktion

Ersatzteillisten entstehen in der Konstruktion und veralten schnell, wenn sie nicht automatisch ins Lager durchgereicht werden. Eine saubere PLM-Anbindung vermeidet veraltete Stücklisten im Kitting.

  • Stücklistenübernahme aus PLM oder Produktkatalog
  • Ersatzteil-Cross-Referenzen zwischen Baugruppen
  • Aktualisierung bei technischen Änderungen
Lieferantenportale & EDI

Kanban-Nachschub ohne Medienbruch

Kanban funktioniert nur zuverlässig, wenn die Signale den Lieferanten ohne Zwischenschritt erreichen. EDI- oder Portalanbindung ersetzt Fax und Telefon an der Nachschubstelle.

  • EDI- oder Portal-Anbindung für Bestellvorschläge
  • Lieferantenseitige Sicht auf Kanban-Füllstände bei VMI
  • Wareneingangsbuchung per Scan oder automatisiertem Beleg
Instandhaltungssoftware

CMMS- und EAM-Anbindung

Ohne Anbindung an die Instandhaltungssoftware weiß das Lager nichts von einem anstehenden Wartungseinsatz, bis die Anfrage eintrifft. Die Integration schafft Vorlaufzeit für die Teilereservierung.

  • Teileverfügbarkeit direkt aus dem Wartungsauftrag
  • Reservierung von Serviceteilen für geplante Einsätze
  • Rückmeldung verbauter Teile in die Anlagenhistorie
Recht und Bilanzierung

Was C-Teile- und
Ersatzteillogistik rechtlich bindet.

Lange Lagerzeiten, fremdes Eigentum im eigenen Lager und sicherheitsrelevante Ersatzteile bringen eigene Pflichten mit sich, die ein WMS unterstützen, aber nicht ersetzen kann.

01 · Bilanzierung

§ 253 Abs. 4 HGB

Vorräte sind bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßig abzuschreiben. Für obsolete, lange unbewegte Ersatzteile liefert das WMS die Nullbewegungs- und Restlaufzeitdaten für diese Bewertung.

  • Nullbewegungsreport als Bewertungsgrundlage
  • Dokumentation gegenüber Wirtschaftsprüfung und Finanzamt
02 · Umsatzsteuer

§ 6b UStG Konsignationslagerregelung

Seit 1.1.2020 regelt § 6b UStG die umsatzsteuerliche Behandlung von Konsignationslagern im innergemeinschaftlichen Warenverkehr. Voraussetzung ist eine im WMS nachvollziehbare Trennung von Konsignations- und Eigenbestand.

  • Getrennte Bestandsführung als Nachweis
  • Entnahmedatum als Grundlage der Steuerentstehung
03 · Rückverfolgbarkeit

Produkthaftung bei Serviceteilen

Wer Ersatzteile für sicherheitsrelevante Baugruppen liefert oder einbaut, muss im Schadensfall Herkunft und Verbauort nachweisen können. Seriennummern- und Chargenhistorie im WMS sind dafür die Datenbasis.

  • Lückenlose Seriennummern-Historie
  • Verbauortnachweis je Einzelteil
04 · Datenschutz

Lieferantenzugriff bei VMI und Kanban

Gibt ein Lieferant Kanban-Füllstände über ein Portal ein oder liest sie aus, ist der Datenaustausch über einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO abzusichern, auch wenn meist keine personenbezogenen Daten im Bestand selbst stehen.

  • Auftragsverarbeitungsvertrag mit Portal-Dienstleistern
  • Rollen- und Rechtekonzept für externen Zugriff
05 · Dokumentation

GoBD-konforme Belegführung

Lagerbewegungen, Entnahmen aus Konsignationsbestand und Obsoleszenz-Abschreibungen müssen nach den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) unveränderbar und nachvollziehbar dokumentiert sein.

  • Unveränderbare Belegkette im WMS
  • Aufbewahrungsfristen gemäß Handels- und Steuerrecht
06 · Exportkontrolle

Dual-Use-Ersatzteile im Blick

Ersatzteile für Anlagen mit möglichem Dual-Use-Bezug unterliegen dem Außenwirtschaftsrecht (AWG/AWV). Ein WMS kann betroffene Artikel kennzeichnen, die Exportkontrollprüfung selbst ersetzt es nicht.

  • Kennzeichnung exportkontrollrelevanter Artikel
  • Sperrung bis zur rechtlichen Freigabe vor Versand
Kosten und TCO

Was ein C-Teile- und
Ersatzteil-WMS kostet.

Alle Werte sind Erfahrungswerte von Find-Your-Software aus Projekten im genannten Größensegment, keine Herstellerpreise. Die acht im Auszug gezeigten Anbieter nennen für dieses Einsatzgebiet Preise nur auf Anfrage, Angebote entstehen projektbezogen.

GrößenklasseBeispieleLizenz/MonatImplementierungTCO 3 Jahre
Einstiegbis 5.000 SKU, ein StandortKanban-Lager, kleines Ersatzteillager300 bis 1.200 €4 bis 8 Wochen20.000 bis 70.000 €
Mittelstand5.000 bis 30.000 SKU, MRO-FokusMaschinenbau-Ersatzteilzentrum, Konsignationslager1.200 bis 4.500 €3 bis 6 Monate80.000 bis 250.000 €
Enterpriseüber 30.000 SKU, mehrere StandorteKonzernweites MRO-Netzwerk, SAP-Integration4.500 bis 15.000 €6 bis 14 Monate300.000 bis 1.200.000 €

Erfahrungswerte von Find-Your-Software, Stand 2026, keine Herstellerangaben. Datenmigration und Schulung sind in der Implementierungsspanne enthalten.

Vorgehen

C-Teile- und Ersatzteil-WMS
in sechs Schritten einführen.

Die Einführung unterscheidet sich von einem Fulfillment-Projekt vor allem in zwei Punkten: der ABC/XYZ-Klassifizierung der Artikel und dem Konsignations- und Obsoleszenz-Konzept, die beide vor der Anbieterauswahl stehen sollten.

01

Bestandsanalyse & SKU-Klassifizierung

ABC/XYZ-Analyse der vorhandenen Artikel nach Wert und Bewegungshäufigkeit, als Basis für Kanban-Kandidaten und Obsoleszenz-Kandidaten.

02

Anforderungskatalog MRO & Kanban

Lastenheft mit Pflicht- und Kann-Kriterien zu Kitting, Seriennummern, Konsignation und Kanban-Nachschub, abgestimmt mit Einkauf und Instandhaltung.

03

Anbieter-Shortlist & Demo

Shortlist aus dem Katalog, Demo mit eigenen Beispielartikeln statt Standarddemo, insbesondere für Kitting und Konsignationsbuchung.

04

Konsignations- und Obsoleszenz-Konzept

Festlegung der Bestandsarten, Eigentumskennzeichen und Abschreibungslogik gemeinsam mit Finanzbuchhaltung und Wirtschaftsprüfung.

05

Datenmigration & Stammdaten

Übernahme von Artikel-, Lieferanten- und Stücklistendaten, Bereinigung von Dubletten vor dem Go-Live, nicht danach.

06

Go-Live & Kanban-Rollout

Stufenweiser Rollout, zuerst die bewegungsstärksten Kanban-Kreise, dann das übrige Ersatzteilsortiment, mit paralleler Schulung an der Entnahmestelle.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was unterscheidet ein WMS für C-Teile-Logistik von einem klassischen Fulfillment-WMS?

Ein Fulfillment-WMS optimiert hohen Durchsatz bei wenigen Artikeln, etwa im Versandhandel. Ein C-Teile- oder Ersatzteil-WMS verwaltet das Gegenteil: sehr viele Artikel (oft Zehntausende SKU) bei geringem Durchsatz pro Position. Entscheidend sind hier Kanban-Nachschub, Obsoleszenz-Reports, Kitting und Konsignationslager statt Pick-Geschwindigkeit und Wellenplanung.

Wie viele Artikel (SKU) verwaltet ein typisches C-Teile- oder Ersatzteillager?

Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software bewegen sich C-Teile- und Ersatzteillager häufig zwischen einigen Tausend und bis zu 80.000 SKU, abhängig von Variantenvielfalt und Baugruppentiefe. Entscheidend ist weniger die absolute Zahl als das Verhältnis von Artikelvielfalt zu Bewegungshäufigkeit, das ein WMS über ABC/XYZ-Klassifizierung abbilden sollte.

Was ist Kanban-Nachschub im WMS-Kontext?

Kanban-Nachschub steuert Bestände über Signale statt über Bedarfsplanung: Erreicht ein Behälter oder eine Kanban-Karte den Mindestbestand, löst das WMS automatisch einen Nachschubauftrag an das Lager oder eine Bestellung an den Lieferanten aus. Für C-Teile mit geringem Einzelwert und hoher Verbrauchsregelmäßigkeit senkt das den Dispositionsaufwand erheblich gegenüber manueller Bestandsprüfung.

Wie unterstützt ein WMS das Obsoleszenz-Management bei Ersatzteilen?

Das WMS liefert Nullbewegungsreports (Artikel ohne Bewegung über einen definierten Zeitraum) und Restlaufzeitdaten je Ersatzteil. Diese Daten sind die Grundlage für die handelsrechtlich geforderte Abschreibung bei dauernder Wertminderung nach § 253 Abs. 4 HGB und für die Entscheidung, welche Serviceteile ausgemustert oder weiter vorgehalten werden.

Was ist Kitting und wie bildet ein WMS Set-Kommissionierung ab?

Kitting bündelt mehrere Einzelteile zu einem vorkommissionierten Set, etwa für einen Serviceeinsatz oder eine Montagestufe. Das WMS löst die Stückliste in einen Kitting-Auftrag auf, prüft die Verfügbarkeit jeder Position und eskaliert Fehlteile vor der Zusammenstellung, statt sie erst beim Kunden oder an der Maschine auffallen zu lassen.

Wie funktioniert ein Konsignationslager rechtlich und im WMS?

Im Konsignationslager liegt die Ware physisch beim Kunden, bleibt aber bis zur Entnahme im Eigentum des Lieferanten. Seit 1.1.2020 regelt § 6b UStG die umsatzsteuerliche Behandlung solcher Lager im innergemeinschaftlichen Warenverkehr. Im WMS wird der Bestand als eigene Bestandsart mit Eigentumskennzeichen geführt, getrennt vom Eigenbestand, als Nachweis für Finanzamt und Lieferant.

Welche Rolle spielt Instandhaltungslogistik (MRO) im WMS?

MRO (Maintenance, Repair, Operations) bezeichnet die Versorgung von Produktionsanlagen mit Wartungs- und Serviceteilen. Ein WMS mit MRO-Bezug verknüpft Teileverfügbarkeit mit Wartungsaufträgen aus CMMS- oder EAM-Systemen, reserviert Serviceteile für geplante Einsätze und meldet verbaute Teile in die Anlagenhistorie zurück.

Was kostet ein WMS für C-Teile- und Ersatzteillogistik?

Nach Erfahrungswerten von Find-Your-Software liegt die Lizenz je nach Größenklasse zwischen etwa 300 Euro im Monat für ein kleines Kanban-Lager und mehr als 4.500 Euro im Monat für ein konzernweites MRO-Netzwerk mit SAP-Integration. Die Implementierung reicht von vier Wochen bis über ein Jahr. Konkrete Angebote nennen die Anbieter projektbezogen, öffentliche Preislisten für dieses Einsatzgebiet gibt es praktisch nicht.

Wie lange dauert die Einführung eines C-Teile-WMS?

Je nach Größenklasse dauert die Einführung zwischen vier Wochen (kleines Kanban-Lager) und über zwölf Monaten (konzernweites MRO-Netzwerk mit mehreren Standorten und SAP-Integration). Zeitkritisch sind meist nicht die Standardfunktionen, sondern die ABC/XYZ-Klassifizierung der Bestandsdaten und das Konsignations- und Obsoleszenz-Konzept vor dem eigentlichen Rollout.

Reicht ein ERP-Lagermodul für C-Teile-Logistik aus?

Ein ERP-Lagermodul deckt oft Grundfunktionen wie Bestandsführung und einfache Buchungen ab, bildet aber Kanban-Signale, Kitting-Eskalation und eine saubere Trennung von Konsignations- und Eigenbestand selten differenziert genug ab. Mit wachsender SKU-Zahl und Serviceteil-Komplexität wird ein spezialisiertes WMS meist wirtschaftlicher als die Erweiterung des ERP-Moduls.

Wie wird ein WMS für C-Teile- und Ersatzteillogistik ausgewählt?

Der Auswahlprozess beginnt mit einer Bestandsanalyse und SKU-Klassifizierung, gefolgt von einem Anforderungskatalog zu Kanban, Kitting, Seriennummern und Konsignation. Erst danach folgen Anbieter-Shortlist, Demo mit eigenen Beispielartikeln und das Konsignations- und Obsoleszenz-Konzept, bevor Datenmigration und Go-Live anstehen.

Welche Anbieter decken MRO- und Ersatzteilfunktionen ab?

Acht Anbieter mit dokumentierten MRO- und Ersatzteil-relevanten Funktionen sind in diesem Beitrag im Auszug gegenübergestellt: SAP Extended Warehouse Management, PSIwms, EPG WMS, Infios (vormals Körber), Kardex, viastore viadat, GEBHARDT Lagerverwaltungssoftware und proLogistik pL WMS. Die Spanne reicht von globaler Enterprise-Software bis zu deutschen Mittelstands- und Automatisierungsanbietern.

Was ist der Unterschied zwischen C-Teile-Management und klassischer Ersatzteillogistik?

C-Teile-Management bezieht sich meist auf Normteile und Kleinmaterial mit geringem Einzelwert und hoher Verbrauchsregelmäßigkeit, typischerweise über Kanban gesteuert. Ersatzteillogistik im Maschinen- und Anlagenbau betrifft dagegen oft höherwertige, seltener bewegte Serviceteile mit langen Haltezeiten und Obsoleszenz-Risiko. Beide Fälle teilen die Grundanforderung: viele SKU bei geringem Durchsatz pro Artikel, weshalb sie im selben WMS meist gemeinsam abgebildet werden.

Welche Rolle spielt die Lagerautomatisierung bei C-Teile-Lagern?

Bei sehr vielen Kleinteilen auf wenig Fläche steigt klassische Fachbodenregal-Lagerung schnell an ihre Grenzen. Automatisierte Systeme wie Vertical-Lift-Module oder Shuttle-Lösungen erhöhen die Lagerdichte deutlich und verkürzen Suchwege, die Steuerungssoftware läuft dabei meist eng mit dem übergeordneten WMS zusammen, etwa für Seriennummern und Kitting.

Wie wird mit Mindestbeständen und Sicherheitsbeständen bei kritischen Serviceteilen umgegangen?

Für Serviceteile, deren Fehlen einen Anlagenstillstand verursachen kann, legen Unternehmen artikelspezifische Sicherheitsbestände fest, oft verbunden mit einer Verfügbarkeitsquote statt einer reinen Mindestmenge. Das WMS eskaliert vor Erreichen des Fehlbestands, statt erst beim Nullbestand eine Meldung auszugeben, und erlaubt damit vorausschauendes statt reaktives Nachbestellen.

WMS-Matching starten

Das richtige WMS
für Ihre C-Teile- und Ersatzteillogistik.

Ob Kanban-gesteuertes C-Teile-Lager, Ersatzteilzentrum im Maschinenbau oder konzernweites MRO-Netzwerk mit Konsignationslager: Find-Your-Software sammelt Ihre Anforderungen, erstellt eine begründete Shortlist und begleitet Demos und Vertragsphase direkt mit den Anbietern.