WMS Software · Getränkelogistik · DACH

WMS für Getränkelogistik.
Leergut, Pfand und MHD im Griff.

Ein WMS für Getränkelogistik ist eine Lagerverwaltungssoftware, die Vollgut, Leergut und Pfand gemeinsam führt, Chargen und MHD steuert und große Palettenmengen tourengerecht bereitstellt. Achten Sie darauf, dass Leergut und Pfand im selben Beleg wie die Lieferung laufen, sonst entstehen Differenzen in der Abrechnung.

Leergut und PfandChargen und MHDHohe PalettenmengenAutomatisierungTourenbezug
25 Cent
Mindestpfand je Einweggetränkeverpackung nach § 31 Verpackungsgesetz (Stand 10/2026)
33,5 %
Mehrweganteil bei Getränken im Jahr 2022, Ziel laut Gesetz 70 % (Umweltbundesamt, 19.12.2024)
8 und 15 Cent
übliches Mehrwegpfand je Flasche, bei Bier meist 8 Cent (Verbraucherzentrale, Stand 21.04.2026)
13
Anbieter in diesem Auszug, alphabetisch und ohne Ranking
Branchenanforderungen

Warum Getränkelogistik
ein eigenes WMS Profil braucht.

Getränkelogistik verbindet drei Dinge, die ein Standard WMS selten gemeinsam abdeckt: hohe Palettenmengen, Leergut mit Pfand als zweiter Warenstrom und Produkte mit Chargen und Mindesthaltbarkeit. Der Gesetzgeber setzt dafür Eckpunkte. Nach § 31 Verpackungsgesetz beträgt das Pfand auf Einweggetränkeverpackungen mindestens 0,25 Euro und wird auf allen Handelsstufen erhoben. Mehrwegpfand beruht dagegen auf privatrechtlichen Vereinbarungen.

Ohne passendes WMS

  • Leergut läuft als Nebenprozess in Tabellen oder im ERP. Salden je Kunde und Gebindeart stimmen erst Wochen später.
  • Pfand wird je Auftrag geschätzt, statt aus dem tatsächlichen Leergutfluss abgeleitet zu werden. Differenzen landen im Lager.
  • Chargen und MHD stehen nur am Wareneingangsbeleg. Die Kommissionierung greift nach Lagerplatz statt nach Restlaufzeit.
  • Vollpaletten und Mischpaletten werden von Hand geplant. Beim Beladen fehlt die Tourenreihenfolge.
  • Stapler fahren ohne Auftragssteuerung. Leerfahrten und Wartezeiten an der Rampe nehmen zu.
  • Lagertechnik und Lagerverwaltung laufen als getrennte Inseln mit manuellem Datenabgleich.

Mit passendem WMS

  • Vollgut, Leergut und Ladehilfsmittel sind eigene Bestandsarten. Für jeden Kunden und jede Gebindeart gibt es ein Leergutkonto.
  • Das Pfand folgt dem Warenfluss: Ausgabe mit der Lieferung, Rücknahme mit der Leergutannahme, Differenzen sofort sichtbar.
  • Chargen und MHD werden am Bestand geführt. FEFO Regeln und Mindestrestlaufzeiten steuern Ein und Auslagerung.
  • Mischpaletten werden nach Tour, Kunde und Ladereihenfolge gebildet und nicht erst an der Rampe.
  • Ein Staplerleitsystem verteilt Transportaufträge nach Priorität und Entfernung.
  • Palettenhochregal, Regalbediengeräte und Palettierer hängen an einer klar getrennten Steuerungsschicht aus WMS, WES und WCS.

Quellen: § 31 Verpackungsgesetz, Stand 10/2026; Mehrwegpfand laut Verbraucherzentrale, Stand 21.04.2026. Die Gegenüberstellung ist eine Einordnung von Find-Your-WMS und beschreibt typische Ausgangslagen.

Recht und Normen

Welche Regeln das Lager
in der Getränkelogistik berühren.

Sechs Regelwerke und Stellen prägen das Datenmodell eines Getränke WMS: das Verpackungsgesetz mit Pfand und Mehrwegziel, die DPG als Clearingstelle, Mehrwegpools, die Lebensmittelkennzeichnung und der GS1 Standard für Chargen und MHD. Die Übersicht ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Für Lebensmittelsortimente mit HACCP Anforderungen ergänzt die Seite WMS für Lebensmittelhandel, für breite Sortimente die Seite WMS für Großhandel.

01 · Einwegpfand

Pfand nach § 31 Verpackungsgesetz

Hersteller erheben mindestens 0,25 Euro einschließlich Umsatzsteuer je Einweggetränkeverpackung. Jeder weitere Vertreiber erhebt das Pfand bis zur Abgabe an den Endverbraucher.

  • Pfand ist auf jeder Handelsstufe durchzureichen, Pfandartikel müssen im Artikelstamm eindeutig gekennzeichnet sein.
  • Ausnahmen regelt § 31 Absatz 4, unter anderem Wein, Sekt, Milch ab 50 Prozent Milchanteil sowie Füllmengen unter 0,1 und über 3,0 Liter.
  • Ohne Rücknahme der Verpackung darf das Pfand nicht erstattet werden (§ 31 Absatz 2).
02 · Hinweispflicht

Einweg, Mehrweg und Mehrwegpfand

Letztvertreiber weisen am Regal mit „EINWEG“ oder „MEHRWEG“ auf die Verpackungsart hin (§ 32 Verpackungsgesetz). Das Mehrwegpfand selbst ist zivilrechtlich vereinbart und nicht gesetzlich geregelt.

  • Verpackungsart und Pfandart gehören als Merkmale an jeden Getränkeartikel.
  • Mehrwegpfand liegt laut Verbraucherzentrale meist bei 15 Cent je Flasche, bei Bier meist bei 8 Cent.
  • Pfandhöhen für Kästen und Spezialflaschen variieren und gehören in die Stammdaten.
03 · Mehrwegziel

Mehrwegquote nach § 1 Absatz 3

Das Gesetz nennt als Ziel mindestens 70 Prozent Mehrweggetränkeverpackungen. Das Umweltbundesamt berichtet für das Jahr 2022 einen Mehrweganteil von 33,5 Prozent (veröffentlicht am 19.12.2024).

  • Das Ziel gilt für den Markt, nicht als Quote je Lager.
  • Mehrwegsortimente binden mehr Leergutbestand und Sortierfläche.
  • Auswertungen nach Einweg und Mehrweg je Artikelgruppe liefern Planungsdaten für Fläche und Personal.
04 · Pfandclearing

DPG und Mehrwegpools

Die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH in Berlin organisiert den Pfandgeldausgleich zwischen den Teilnehmern des Einwegpfandsystems, das seit 2003 besteht. Mehrwegpools wie der Pool der Genossenschaft Deutscher Brunnen in Bonn arbeiten getrennt davon.

  • Einweg und Mehrweg müssen im Lager strikt getrennt gezählt und abgerechnet werden.
  • Rücknahmemengen nach Pfandart und Zeitraum nachweisbar halten.
  • Schnittstellen zu Rücknahmeautomaten oder Zählsystemen in der Demo prüfen.
05 · Kennzeichnung

MHD, Verbrauchsdatum und Rückverfolgung

Mindesthaltbarkeits und Verbrauchsdatum legt der Hersteller fest. Ändert ein Händler das MHD, trägt er laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die volle Verantwortung für die Richtigkeit. Grundlage ist die Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011.

  • MHD und Charge sind Pflichtattribute am Bestand und nicht nur am Wareneingangsbeleg.
  • Änderungen am MHD revisionssicher mit Benutzer und Zeitstempel protokollieren.
  • Rückverfolgung ein Schritt zurück und ein Schritt vor nach Artikel 18 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002.
06 · GS1 Standard

Charge, MHD und Palettenetikett

GS1 Germany führt die Chargennummer unter dem Datenbezeichner 10, das Mindesthaltbarkeitsdatum unter 15 und das Verfallsdatum unter 17. Die Nummer der Versandeinheit (SSCC, NVE) identifiziert die Palette.

  • Palettenetikett mit SSCC, Charge und MHD scannen statt tippen.
  • Wareneingang liest Charge und MHD aus dem Barcode.
  • Etikettenvorgaben der Abnehmer im Lastenheft festhalten.

Quellen: § 31, § 32 und § 1 Verpackungsgesetz, Stand 10/2026; Umweltbundesamt, Mehrwegquote, 12/2024; DPG, Genossenschaft Deutscher Brunnen, BVL zum MHD und GS1 Germany, jeweils Abruf 10/2026.

Funktionen

Welche Funktionen ein WMS
für Getränkelogistik abdecken sollte.

Sechs Funktionsblöcke trennen ein Getränke WMS von einem allgemeinen Lager WMS: Leergut und Pfandkonten, Chargen und MHD, Palettenmengen und Mischpaletten, Tourenbezug, Automatisierung und Mehrlagerfähigkeit. Die Blöcke dienen als Gerüst für das Lastenheft und für den Abgleich in der Demo. Weitere Grundlagen stehen in unserem Ratgeber WMS Funktionen.

01 · Leergut und Pfandkonten

Leergut als zweiter Warenstrom

Leergut hat eigene Artikel, Bestandsarten und Konten. Das WMS bucht Rücknahme, Sortierung und Rückgabe an Abfüller oder Pool und stellt Salden je Kunde bereit.

  • Leergutkonto je Kunde, Gebindeart und Pfandart mit Saldo und Historie.
  • Leergutbilanz: Sie stellt Ausgabe, Rücknahme und Bestand je Gebindeart und Stichtag gegenüber.
  • Pfandabrechnung kunden und lieferantenseitig mit Beleg bei Differenzen.
02 · Chargen und MHD

Restlaufzeit statt Lagerplatzreihenfolge

Chargen und MHD gehören an den Bestand. Das WMS prüft im Wareneingang eine Mindestrestlaufzeit und kommissioniert nach FEFO, also first expired, first out.

  • Mindestrestlaufzeit je Artikel prüfen, wie sie die Dokumentation von Infor WMS beschreibt.
  • Chargen sperren und freigeben, auch bei Rückrufen.
  • Chargenrückverfolgung vom Wareneingang bis zum Warenausgang.
03 · Palettenmengen

Hohe Palettenmengen und Mischpaletten

Getränke bewegen sich in Paletten, Lagen und Kisten. Das WMS führt Vollpaletten, Mischpaletten und Halbpaletten nebeneinander.

  • Blocklagerung mit dynamischer Kanalbelegung und Lagerplatzstrategien.
  • Mischpaletten aus Gebinden und Einzelflaschen nach Tour und Ladereihenfolge bilden, wie es die Branchenbroschüre von SSI Schäfer (2024) beschreibt.
  • Ladehilfsmittel und Palettentausch erfassen und abrechnen.
04 · Tourenbezug

Touren, Rampe und Bereitstellung

In der Getränkelogistik ist die Tour die Planungseinheit. Kommissionierung, Bereitstellung und Verladung folgen der Tourenreihenfolge.

  • Kommissionierung nach Tour und Ladereihenfolge, Bereitstellung an Verladetoren.
  • Schnittstelle zu Tourenplanung oder Transportmanagement.
  • Yardmanagement für Fahrzeuge im Zeitfenster.
05 · Automatisierung

Automatisierte Lager und Staplerleitsystem

Viele Getränkelager arbeiten mit Hochregal, Regalbediengeräten, Palettierern oder Staplerleitsystem. Das WMS gibt Aufträge an die Steuerungsebene weiter, wie auf der Seite zu WMS, WES, WCS und MFR beschrieben.

  • Saubere Trennung von WMS, WES und WCS in der Systemarchitektur.
  • Staplerleitsystem mit Auftragsvergabe an Terminals.
  • Sprachkommissionierung und mobile Datenerfassung.
06 · Mehrlager und Mandanten

Mehrere Standorte und Mandanten

Wer mehrere Lager, Gesellschaften oder Abfüller bedient, braucht Mehrlagerfähigkeit und Mandantentrennung. Saisonale Spitzen verlangen zusätzlich flexible Prioritäten.

  • Bestände und Aufträge je Mandant getrennt führen.
  • Umlagerungen zwischen Standorten mit durchgängiger Charge.
  • Saisonale Spitzen über Schichtmodelle und Auftragsprioritäten abfangen.

Eigene Einordnung von Find-Your-WMS auf Basis der Herstellerangaben im Anbieterauszug. Welche Umfänge ein Produkt tatsächlich abdeckt, ist in der Demo mit eigenen Daten zu prüfen. Zur Systemarchitektur siehe WMS Systemarchitektur.

Anbieter im Auszug

Anbieter für Getränkelogistik
im Auszug, alphabetisch.

13 Anbieter kommen in Frage, deren Herstellerangaben oder Fachpresse einen Bezug zu Getränken, Leergut, Chargen, Mischpaletten oder automatisierten Palettenlagern belegen. Auswahlprinzip: Passung zum Branchenthema, Bezug zum DACH Markt, alphabetische Reihenfolge ohne Ranking. Der Auszug erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aussagen ohne Beleg des Herstellers sind als Prüfpunkt für die Demo markiert.

AnbieterSegmentPreis abLeergut und PfandChargen und MHDAutomatisierung und TourenProfil
Blue Yonder WMSCloud WMS von Blue YonderEnterpriseauf AnfrageIn der Demo prüfen.In der Demo prüfen.≈ Robotics Hub und Yard Management genannt, Interoperabilität mit Transportlösungen laut Hersteller. Getränkebezug in der Demo prüfen.Zum Profil →
CSB-SystemERP mit Lagerverwaltung, CSB-System SE, GeilenkirchenMittelstandauf Anfrage✓ Leergutmanagement im Getränke ERP. Pfandkonten in der Demo prüfen.≈ Rückverfolgung vom Rohstoff bis zum Konsumenten genannt. Chargen und MHD im Lager in der Demo prüfen.✓ Kommissionierung, Versand und Tourenmanagement im Absatz.
Infor WMSLagerverwaltung von InforEnterpriseauf Anfrage≈ Im Infor Getränke ERP ist die Verwaltung von Mehrwegverpackungen genannt. Für das WMS in der Demo prüfen.✓ Mindestrestlaufzeit im Wareneingang prüfbar (Dokumentation Shelf Life Validation).Automatisierung und Touren in der Demo prüfen.Zum Profil →
Körber WMSKörber Supply Chain SoftwareEnterpriseauf AnfrageIn der Demo prüfen.✓ Verfallsdatum Management mit FEFO, Chargenrückverfolgung mit Rückrufmanagement.≈ Packsysteme für Mischpaletten und Getränke Fallstudien genannt. Palettendurchsatz in der Demo prüfen.Zum Profil →
LFS (Ehrhardt + Partner Group)Lagerführungssystem, Boppard-BuchholzMittelstandauf Anfrage✓ Handling von Leergut und Wertstoffverpackung, Getränkemodul laut Pressemitteilung 06/2023.✓ Chargenhandling, MHD Handling, Lagerstrategien FIFO und FEFO.✓ Steuerung manueller und automatischer Lagereinheiten, Sprachkommissionierung, Anbindung Transportleitsystem.Zum Profil →
Manhattan Active Warehouse ManagementCloud native WMS von Manhattan AssociatesEnterpriseauf AnfrageIn der Demo prüfen.≈ Branchenseite Food and Beverage nennt Rückverfolgbarkeit. Chargen und MHD in der Demo prüfen.✓ Integriertes WES für Förder und Robotiksysteme, Order Streaming für Großhandels, Einzelhandels und Direktaufträge.Zum Profil →
Mecalux Easy WMSLagerverwaltung mit Lagertechnik von MecaluxMittelstandauf AnfrageIn der Demo prüfen.≈ Nachverfolgbarkeit im Fallbeispiel genannt. Chargen und MHD in der Demo prüfen.✓ Fallbeispiel automatisiertes Palettenlager mit Regalbediengeräten für alkoholische Getränke, Easy WMS steuert Waren und Dokumentenfluss.Zum Profil →
move)food / move)log (ags)ERP und WMS auf Dynamics 365 Business Central, agsMittelstandauf Anfrage✓ Leergut verwalten und abrechnen, Pfandabrechnung kunden und lieferantenseitig, Pfandgut bei der Kommissionierung erfassbar.✓ Bestand nach Charge, Seriennummer und MHD, Kommissionierung nach FEFO.≈ Tourenplanung in move)food genannt. Lagertechnik in der Demo prüfen.
prologistik pL-Store FoodlineLagerverwaltung für Lebensmittel und Getränke, DortmundMittelstandauf Anfrage✓ Leergut Handling, Leergutabwicklung und Tourenbereitstellung.✓ Chargenverwaltung, MHD Handling mit Restlaufzeiten.✓ Gastronomie und Handelstouren, Yardmanagement, mehrlager und mandantenfähig, Anbindung vollautomatischer Lagersysteme.Zum Profil →
SAP EWMSAP Extended Warehouse ManagementEnterpriseauf AnfrageAuf der EWM Seite nicht belegt. Leergut und Pfand in der Demo prüfen.✓ Chargen im ERP geführt, MHD an der Anlieferung pflegbar. EWM hat keine eigene Chargenfindung.Automatisierung und Touren in der Demo prüfen.Zum Profil →
SSI Schäfer WAMASLagerverwaltung mit Fördertechnik von SSI SchäferEnterpriseauf Anfrage✓ Leergutmanagement mit Leerguthof und Leerguterkennung (Branchenbroschüre 2024).≈ Chargen im Produktionskontext genannt. Chargen und MHD im Lager in der Demo prüfen.✓ Mischpaletten aus Gebinden und Einzelflaschen, tourenweise Bereitstellung über Pufferbahnen, Sequenzierung.Zum Profil →
Swisslog SynQLagersoftware und Robotik, Swisslog, Buchs AGEnterpriseauf AnfrageIn der Demo prüfen.In der Demo prüfen.✓ SynQ steuert die Mischpalettierung ACPaQ, genannt für Getränkehändler.Zum Profil →
WitronIntralogistik mit eigenem WMS, ParksteinEnterpriseauf AnfrageIn der Demo prüfen.In der Demo prüfen.✓ Eigenes WITRON WMS verbindet Handterminals, Sprachkommissionierung und Staplerleitsysteme, Getränkekisten in den Systemen BOS und ATS handhabbar.

Der Anbietername verlinkt auf die Angaben des Herstellers, Abruf 10/2026. Häkchen bedeutet: Der Hersteller nennt die Funktion, das ist keine Prüfung durch Find-Your-WMS. Das Zeichen ≈ steht für teilweise oder nur im Umfeld belegt. Ohne Zeichen: in der Demo prüfen. Preise auf Anfrage. In diesem Auszug beschreiben 5 von 13 Anbietern Leergut ausdrücklich. Das Profil für prologistik beschreibt das pL WMS allgemein, nicht die Foodline. Weitere Anbieter im WMS Katalog und im WMS Anbietervergleich.

Auswahlkriterien

Sechs Kriterien für die Auswahl,
ohne Ranking.

Ein WMS für Getränkelogistik wird nach Passung zu Leergutprozess, Sortiment, Lagertechnik und Systemlandschaft ausgewählt und nicht nach einer Rangliste. Die sechs Kriterien helfen, Anforderungen zu gewichten. Gewichtung und Bewertung gehören in die eigene WMS Auswahl und in eine strukturierte Ausschreibung.

Kriterium 1

Leergut und Pfand

  • Welche Gebinde, Pfandarten und Kunden brauchen Leergutkonten?
  • Wer führt die Pfandsalden: WMS oder ERP?
  • Leergutannahme in der Demo mit eigenen Gebinden durchspielen lassen.
Kriterium 2

Chargen und MHD

  • Mindestrestlaufzeit je Artikel oder Kunde abbilden.
  • Sperren, Freigeben und Rückrufprozess nachvollziehen.
  • Etikett und Scanprozess mit GS1 Datenbezeichnern prüfen.
Kriterium 3

Palettenmengen und Mischpaletten

  • Durchsatz in Spitzenstunden mit Echtdaten nachweisen.
  • Regeln für Mischpaletten, Lagen und Ladereihenfolge.
  • Blocklager mit dynamischer Kanalbelegung.
Kriterium 4

Tourenbezug und Transport

  • Tourenzuordnung aus dem ERP oder Transportmanagement übernehmen.
  • Torvergabe und Zeitfenster berücksichtigen.
  • Bereitstellung nach Ladereihenfolge.
Kriterium 5

Automatisierung

  • Schnittstelle zu WES und WCS und Abhängigkeit vom Lagertechnik Hersteller klären.
  • Ausfallkonzept bei Störung der Anlage.
  • Staplerleitsystem und Sprachkommissionierung einbinden.
Kriterium 6

ERP Integration und Betrieb

Die Kriterien sind eine Einordnung von Find-Your-WMS und keine Bewertung einzelner Anbieter.

Kostenorientierung

Was ein WMS für Getränkelogistik
kostet und was die Kosten treibt.

Die Kosten eines WMS für Getränkelogistik hängen vor allem von Nutzerzahl, Betriebsmodell, Automatisierungsgrad und Schnittstellen ab. Die meisten Hersteller nennen Preise nur auf Anfrage. Die Richtwerte stammen aus der Seite WMS Kosten 2026 von Find-Your-WMS (Stand Juni 2026) und sind keine Herstellerpreise.

KostentreiberWas ihn bestimmtRichtwert laut KostenseiteBesonderheit Getränkelogistik
Lizenz oder AboCloud oder On PremiseNutzerzahl, Standorte, ModuleCloud 100 bis 500 € je Nutzer und Monat; On Premise Mittelstand 50.000 bis 150.000 €Leergut und Chargenmodule im Angebot als eigene Positionen ausweisen lassen
Wartungbei On PremiseLizenzsumme15 bis 22 % der Lizenz je JahrBei Cloud im Abo enthalten
ImplementierungProzesse und DatenmigrationIndividualisierung, Schnittstellen, DatenmengeMittelstand 25.000 bis 150.000 €Leergutsalden und Pfandarten in der Migration einplanen
Hardware und SchulungTerminals, Scanner, DruckerAnzahl Arbeitsplätze und FahrzeugeMittelstand 20.000 bis 80.000 €Etikettendruck für Palettenetiketten mit Charge und MHD einplanen
AutomatisierungLagertechnik und SteuerungAnlagengröße, WES, SchnittstellenImplementierung ab 200.000 €, TCO über 5 Jahre ab 750.000 €Anlagenpreise nennen Hersteller nur auf Anfrage
PufferParallelbetrieb und ÄnderungenProjektrisiko, Hochlauf20 bis 30 % der InvestitionGo live außerhalb saisonaler Spitzen planen

Rechenbeispiel von Find-Your-WMS (eigene Rechnung, keine Herstellerpreise): 15 Nutzer, Cloud mit 180 € je Nutzer und Monat über 60 Monate ergeben 162.000 €. Annahmen innerhalb der Richtwerte: Implementierung 90.000 €, Hardware und Schulung 30.000 €. Zwischensumme 282.000 €, Puffer von 20 % ergibt 56.400 €. Gesamt über fünf Jahre 338.400 €, das sind rund 5.640 € je Monat. Automatisierung, Anlagentechnik und Getränke ERP sind nicht enthalten. Weitere Details: WMS Kosten 2026.

Vorgehen

In sechs Schritten zum
passenden Getränke WMS.

01

Leergut und Pfandprozesse aufnehmen

Gebindearten, Pfandarten, Leergutannahme, Sortierung und Rückgabe an Abfüller oder Pool werden mit Mengen je Woche beschrieben. Daraus entstehen die Anforderungen an Leergutkonten.

02

Sortiment, Chargen und MHD Regeln festlegen

Festgelegt werden Mindestrestlaufzeiten, FEFO Regeln, Sperrprozesse und Etikettenvorgaben. Die Regeln gehören ins Lastenheft.

03

Mengen, Spitzen und Touren erfassen

Palettenbewegungen je Stunde, Saisonspitzen, Touren je Tag und Ladereihenfolgen zeigen, wie viel Durchsatz und welche Tourenlogik das WMS leisten muss.

04

Lagertechnik und Schnittstellen klären

Staplerleitsystem, Regalbediengeräte, Palettierer, ERP und Transportmanagement werden mit Schnittstellen beschrieben. Hilfe bietet die Seite WMS und ERP Integration.

05

Shortlist bilden und Demos mit eigenen Daten führen

Aus dem Anbieterauszug und dem Katalog entsteht eine begründete Shortlist. In der Demo laufen Leergutannahme, Chargensperre und Tourenkommissionierung mit eigenen Beispieldaten.

06

Vertrag, Einführung und Hochlauf planen

Vertrag, Projektplan und Hochlauf werden abgestimmt, siehe WMS einführen. Der Go live liegt möglichst außerhalb saisonaler Spitzen.

FAQ

Häufige Fragen
direkt beantwortet.

Was unterscheidet ein WMS für Getränkelogistik von einem Standard WMS?

Ein WMS für Getränkelogistik führt neben dem Vollgut auch Leergut und Pfand als eigenen Warenstrom, steuert Chargen und Mindesthaltbarkeit und verarbeitet hohe Palettenmengen mit Tourenbezug. Ein Standard WMS bildet meist nur Vollgut ab und behandelt Leergut als Sonderfall. Typisch sind außerdem Mischpaletten, Staplerleitsysteme und die Anbindung automatisierter Palettenlager. Welche dieser Funktionen ein Produkt wirklich abdeckt, sollte in der Demo mit eigenen Daten geprüft werden. Das Lastenheft sollte diese Punkte als eigene Anforderungen führen, damit Angebote vergleichbar werden und nichts erst in der Einführung auffällt.

Wie wird Leergut im WMS abgebildet?

Leergut erhält eigene Artikel und Bestandsarten für Kästen, Flaschen und Paletten. Das WMS bucht die Ausgabe mit dem Vollgut und die Rücknahme bei der Leergutannahme und führt Salden je Kunde und Gebindeart. Eine Leergutbilanz stellt Ausgabe, Rücknahme und Bestand je Stichtag gegenüber. CSB, ags, prologistik, EPG und SSI Schäfer beschreiben Leergutfunktionen auf ihren Seiten. Ob WMS oder ERP die Salden führt, ist eine Architekturentscheidung. In der Demo lässt sich prüfen, ob eine Leergutannahme mit Differenz, Sortierung und Rückgabe an den Pool nachvollziehbar gebucht wird.

Wie hoch ist das Pfand und wer muss es erheben?

Für Einweggetränkeverpackungen beträgt das Pfand nach § 31 Absatz 1 Verpackungsgesetz mindestens 0,25 Euro einschließlich Umsatzsteuer. Es wird auf allen Handelsstufen bis zum Endverbraucher erhoben. Mehrwegpfand ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, sondern privatrechtlich vereinbart. Die Verbraucherzentrale nennt bei Mehrwegflaschen meist 15 Cent, bei Bier meist 8 Cent (Stand 21.04.2026). Für das Lager bedeutet das: Pfandart und Pfandhöhe gehören als Stammdaten an jeden Getränkeartikel. Bei Einwegverpackungen darf das Pfand nur gegen Rückgabe der Verpackung erstattet werden, auch das muss die Rücknahmebuchung abbilden.

Welche Getränke sind vom Einwegpfand ausgenommen?

Nach § 31 Absatz 4 Verpackungsgesetz sind unter anderem Wein, Sekt und weinähnliche Getränke, bestimmte Alkoholerzeugnisse sowie Milch und Milchmischgetränke mit mindestens 50 Prozent Milchanteil von der Pfandpflicht ausgenommen. Ebenso ausgenommen sind Füllvolumen unter 0,1 Liter und über 3,0 Liter sowie bestimmte Getränkekartons und Beutel. Maßgeblich ist der Gesetzestext. Im Artikelstamm sollte jede Ausnahme einzeln geprüft und hinterlegt werden. Alkoholhaltige Mischgetränke sind im Gesetz gesondert geregelt, deshalb reicht eine Zuordnung nach Getränkeart allein nicht aus.

Was macht die DPG und was hat das Lager damit zu tun?

Die DPG Deutsche Pfandsystem GmbH mit Sitz in Berlin organisiert den Pfandgeldausgleich zwischen den Teilnehmern des deutschen Einwegpfandsystems, das seit 2003 besteht. § 31 Absatz 1 Verpackungsgesetz verlangt von Herstellern die Teilnahme an einem bundesweiten einheitlichen Pfandsystem. Für das Lager zählt vor allem die saubere Trennung von Einweg und Mehrweg, weil nur Einweg über dieses Clearing läuft. Mehrwegpools, etwa der Genossenschaft Deutscher Brunnen, arbeiten davon getrennt. Wer die Pfandabrechnung im WMS abbildet, sollte die Meldewege zum Clearing im Projekt mit Finanzbuchhaltung und Hersteller klären.

Welche Mehrwegquote gilt und was bedeutet sie für die Logistik?

§ 1 Absatz 3 Verpackungsgesetz nennt als Ziel einen Anteil von mindestens 70 Prozent Mehrweggetränkeverpackungen. Das Umweltbundesamt berichtet für das Jahr 2022 einen Mehrweganteil von 33,5 Prozent, veröffentlicht am 19.12.2024. Es handelt sich um ein Ziel für den Markt und nicht um eine Quote, die ein einzelnes Lager erfüllen muss. Für die Logistik bleiben Leergut, Sortierung und Poolrückgabe damit Kernprozesse. Lagerverwaltungen können dazu Mehrweg und Einwegmengen je Artikelgruppe auswerten, was Kunden und Lieferanten bei Sortimentsentscheidungen hilft.

Wie funktionieren Chargen und MHD im Getränkelager?

Hersteller legen das Mindesthaltbarkeitsdatum fest. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit trägt ein Händler die Verantwortung, wenn er es ändert. Das WMS führt Charge und MHD am Bestand, prüft eine Mindestrestlaufzeit im Wareneingang und kommissioniert nach FEFO. Im GS1 Standard steht die Charge im Datenbezeichner 10 und das MHD im Datenbezeichner 15. Das Sperren einzelner Chargen unterstützt Rückrufe und die Rückverfolgung. Voraussetzung ist ein Wareneingang, der Charge und MHD sofort erfasst und nicht erst nachträglich im Büro nachpflegt.

Was sind Mischpaletten und warum sind sie für das WMS wichtig?

Mischpaletten enthalten mehrere Artikel oder Gebinde, etwa Kästen und Einzelflaschen, und werden nach Kunde und Tour zusammengestellt. Die Branchenbroschüre von SSI Schäfer (2024) beschreibt den Trend weg von reinen Vollpaletten hin zu Mischpaletten aus Gebinden und Einzelflaschen. Das WMS muss Ladereihenfolge, Stapelregeln und Tourenbezug berücksichtigen. Swisslog nennt mit ACPaQ ein robotergestütztes System für Mischpaletten, das die Software SynQ steuert. Wer Mischpaletten manuell zusammenstellt, verliert an der Rampe Zeit, weil Reihenfolge und Zuordnung zur Tour erst dort sichtbar werden.

Braucht ein Getränkelager Automatisierung?

Nicht zwingend. Viele Lager arbeiten mit Blocklagerung, Staplerleitsystem und Sprachkommissionierung. Automatisierung kommt bei hohen, stabilen Palettenmengen in Frage, wie ein Fallbeispiel von Mecalux für ein automatisiertes Palettenlager für alkoholische Getränke zeigt. Das WMS muss dann mit WES und WCS zusammenarbeiten. Die Entscheidung hängt von Mengen, Fläche, Personalkosten und Budget ab. Die Kostenseite nennt für automatisierte Lager eine Implementierung ab 200.000 Euro. Eine Automatisierung ändert auch die Anforderungen an Ausfallkonzepte und Wartung, die im Projekt früh mit dem Lagertechnik Hersteller geklärt werden sollten.

Wie bindet ein Getränke WMS Touren an?

In der Getränkelogistik folgen Kommissionierung und Verladung der Tour. Das WMS erhält Tourenzuordnung und Ladereihenfolge aus dem ERP oder einem Transportmanagement, kommissioniert tourenweise und stellt Paletten an den Toren bereit. prologistik beschreibt die Kommissionierung für Gastronomie und Handelstouren, SSI Schäfer die tourenweise Bereitstellung über Pufferbahnen, CSB das Tourenmanagement im Absatz. Die Schnittstelle zum Transportsystem gehört ins Lastenheft. Dazu zählt auch die Frage, ob die Tourenplanung vor dem Lager oder im Lager stattfindet und welches System die Ladereihenfolge verantwortet.

Was kostet ein WMS für Getränkelogistik?

Die Kostenseite von Find-Your-WMS nennt für Cloud Lösungen durchschnittlich 100 bis 500 Euro je Nutzer und Monat, für On Premise im Mittelstand 50.000 bis 150.000 Euro Lizenz und 15 bis 22 Prozent Wartung je Jahr (Stand Juni 2026). Automatisierte Lager liegen bei einem TCO über fünf Jahre ab 750.000 Euro. Hersteller nennen Preise meist nur auf Anfrage. Ein eigenes Rechenbeispiel steht im Abschnitt Kostenorientierung. Zusätzliche Kostentreiber sind Hardware, Schulung, Datenmigration und Schnittstellen, die im Angebot getrennt ausgewiesen werden sollten.

Reicht ein Getränke ERP oder braucht man ein eigenes WMS?

Das hängt von Tiefe und Menge ab. Branchen ERP wie CSB-System oder move)food bringen Leergutverwaltung, Rückverfolgung und Tourenfunktionen mit, ags bietet mit move)log zusätzlich ein Lagerverwaltungssystem. Bei automatisierter Lagertechnik, hohen Palettenmengen oder mehreren Standorten kommt ein spezialisiertes WMS mit WES Anbindung in Frage. Entscheidend sind Durchsatz, Automatisierung und die Schnittstelle zum ERP. Wer Leergut, Chargen und Touren im ERP bereits sauber abbildet, kann den Bedarf an einem separaten WMS nüchtern gegen den Mehraufwand abwägen.

Wie wählt Find-Your-WMS die Anbieter im Auszug aus und ist die Seite ein Vergleichsportal?

Find-Your-WMS ist ein Werkzeug zur Softwareauswahl und kein Bewertungsportal: Es erfasst Anforderungen, erstellt eine begründete Shortlist, unterstützt bei Demos und Verträgen und dokumentiert alles nachvollziehbar. Die Anbieter im Auszug sind nach Passung zum Branchenthema und Bezug zum DACH Markt gewählt und alphabetisch sortiert, ohne Ranking und ohne bezahlte Platzierung. Aussagen beruhen auf Angaben der Hersteller und der Fachpresse. Bewertungen und Schätzungen von Vergleichsportalen nutzen wir nicht. Alle Aussagen zu Anbietern verlinken auf die jeweilige Quelle, Stand 10/2026.

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Find-Your-WMS ist ein Werkzeug zur Softwareauswahl: Es erfasst Anforderungen wie Leergut, Chargen und Touren, erstellt eine begründete Shortlist und dokumentiert die Entscheidung nachvollziehbar. Das Selection Portal verbindet IT Systemlandschaft, Anforderungsmanagement und direkten Anbieterkontakt. Starten Sie das Matching oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.